Das Pschorrbräuzelt bekommt nicht nur einen neuen Bau sondern auch ein neues Konzept.

Die Bräurosl ist eines der großen Festzelt auf dem Münchner Oktoberfest. Das seit 1901 existierende Zelt hat heute 6110 Sitzplätze im Innenraum und 2150 im Biergarten.

Neubau 2021 und Wirtewechsel

Besonders alt werden die Zelte der Paulanergruppe nicht. Gerade einmal 15 Oktoberfeste durfte das letzte Bräuroslzelt erleben, bevor es 2021 bereits durch einen Neubau ersetzt wird. Wenig überraschend bekommt auch die Bräurosl zukünftig eine Rundumgalerie. Auf der Biergartenseite erhält es zudem, wie das Hackerzelt, einen Freibalkon. Insgesamt verliert das Zelt allerdings ungefähr 300 Plätze im Garten. Nachdem die derzeitige Gestaltung des Innenraums aus 2004 stammt und zu den beliebigsten auf der Wiesn gehört, scheint eine erneute radikale Umgestaltung ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Für den Neubau wurden gleichzeitig auch neue Wirtsleute gesucht. Die Familie Heide entschied sich nämlich sehr überraschend nach 83 Jahren aufzuhören. Übernehmen wird Peter Reichert, der bislang die Schönheitskönigin führte.

Geschichte

Seinen Namen hat das Brauereizelt des ehemaligen Pschorrbräus von einer sagenumwobenen Brauereitochter, die der Legende nach ihre allabendliche Maß Bier hoch zu Ross auf dem Hof der Brauerei zu sich genommen haben und dabei die Braugesellen beeindruckt haben soll. Daher rührt auch das Motiv des Gemäldes, das über dem Eingang des Zeltes prunkt.

Als die Bräurosl 1901 ihre Wiesnprämiere feierte, wurde sie als erstes Bierzelt komplett elektrisch beleuchtet. Beeindruckend war auch dessen Nachfolger von 1913, das mit 12000 Sitzplätzen größte Bierzelt, das jemals seinen Weg auf die Wiesn fand. Von 1936 bis 2019 wurde das Zelt über vier Generationen von der Familie Heide aus Planegg bewirtet.

Das aktuelle Zelt wurde 2004 von Grund auf neu errichtet und 2011 nochmals angepasst, vorrangig durch die Verglasung der Fassade und die Bier-Ringleitung, beides bereits im Vorher beim Konzernschwesternzelt Winzerer Fähndl (Paulaner Festzelt) erprobt.

Musik und Stimmung

Durch den Wirtewechsel wird die Bräurosl auch musikalisch neu aufgestellt. Der neue Wirt Peter Reichert ist selber begeisteter Musikant und räumt bairischer Musik in seinen Betrieben viel Raum ein. Auch die Schönheitskönigin auf der Oidn Wiesn, die er bislang führte, war insbesondere für ihr originelles Musikprogramm bekannt. Bei der Bekanntgabe des neuen Wirts durch Brauereichef Andreas Steinfatt wurde bereits deutlich, dass das Thema Musik ein heißdiskutiert werden dürfte. „Wegen der Musik schauen wir mal. Ich habe zum Andi [Steinfatt] schon gesagt, passt auf, wen ihr da nehmt, denn es kann sein, dass nach dem Highway to Hell das Rehragout gespielt wird“, ließ der Trompeter Reichert die Öffentlichkeit wissen.

Besonders traditionell war das Musikprogramm der Bräurosl bislang nicht ausgerichtet. Den seit 1972 als Festkappelle engagierten Ludwig-Thoma-Musikanten wurden nämlich ungewöhnlicherweise die Südtiroler Spitzbuam, die aus dem volkstümlichen Bereich kommen, zur Seite gestellt. Da diese nicht nur ein Intermezzo am Abend spielten, sondern auch einen Teil des Nachmittagsprogramm übernahm, war der Blasmusikanteil in der Bräurosl selbst am Nachmittag gering. Inzwischen ist bekannt, dass die Ludwig-Thoma-Musikanten nicht mehr in der Bräurosl spielen werden. Spektakulär ist ist deren Ersatz: Josef Menzl wird in Zukunft für ausgelassene Stimmung sorgen.

Eine weitere akustische Besonderheit war die hauseigene Jodlerin, Carolin Weidner, die täglich zwei Mal als jodelnde Bräurosl auftrat. Der neue Wirt will an einer Bräurosldarstellerin festhalten, doch soll diese alljährlich in Rahmen eines Wettbewerbs gefunden werden.

Die Tatsache, dass in der Bräurosl auch am Nachmittag schon gerne eigentlich von städtischer Seite untersagte „aufheizende Musik“ angestimmt wird, sorgt für einige Beliebtheit bei den Münchner Schülern und anderem jungen Feiervolk.

Reservierungen 2022

Anfragen für Reservierungen werden seit 28. Mai 2021 via E-Mail an reservierung@braeurosl.de angenommen. Bitte geben Sie die gewünschte Zahl an Tischen (bis zu fünf) und Tagen an. Ein Münchner-Kontingent wurde in der Vergangenheit nicht angeboten, wir erwarten jedoch dessen Einführung.