Das Oktoberfest 2021 fällt aus. Das 187. Münchner Oktoberfest beginnt voraussichtlich erst am 17.09.2022.

Die Wirte der Schönheitskönigin haben sich angeblich um die Bräurosl beworben.

Aktualisierung vom 16. Dezember: Hacker-Pschorr hat das Gerücht bestätigt.

Wie bereits berichtet, tut sich Paulaner schwer, neue Wirte für die Bräurosl zu finden, weil die Brauereigruppe, zu der Hacker-Pschorr und damit auch das frühere Zelt des Pschorrbräus gehören, in diesem Zuge auch noch gleich sein Problemlokal Donsil mitverpachten will. Mitte September vermeldete die Abendzeitung, die ungewöhnliche Kombination aus Florian Lechner (Nockherberg) und Florian und Bettina Oberndorfer (Knödelei, Wirtshaus in der Au) wäre bereits als neues Wirtegespann auserkoren.

Davon war in den letzten Wochen jedoch nichts mehr zu hören. Ernsthaft interessiert zeigte die zur Schörghuber-Gruppe gehörende Brauerei in ihrer verzweifelten Wirtesuche aber an der Familie Wenisch aus Straubing, die sich momentan aktiv darum bemüht, eine Wirtschaft in München zu übernehmen. Nur eben ja nicht nicht den Donisl, noch nicht einmal, wenn es als Zuckerl ein Wiesnzelt obendrauf gibt. Laut Informationen der TZ sind aktuell noch drei neue Donisl- und Bräuroslwirte im Gespräch: Lorenz Stiftl, der als Wirt eines kleinen Wiesnzelts, des Spöckmeiers und des Hackerhauses sowieso immer im Gespräch um ein großes Wiesnzelt ist - insbesondere, wenn Paulaner gerade eines zu vergeben hätte.


<p>Die Bräurosl war das Bauerezeitzelt des Pschorrbräus, der 1972 mit der Hackerbrauerei zu Hacker-Pschorr fusionierte.</p>

Die Bräurosl war das Bauerezeitzelt des Pschorrbräus, der 1972 mit der Hackerbrauerei zu Hacker-Pschorr fusionierte.

Dazu kommt der ebenfalls schon öfter genannte Jürgen Lochbihler, der zwar über keine Wiesnerfahrung verfügt, aber ebenfalls eines der Aushängeschilder der Brauereigruppe, den Pschorr an der Schrannenhalle, bewirtet und zudem als guter Spezl von Andreas Steinfatt, dem Geschäftsführer von Paulaner, gilt.

So weit, so unspektakulär. Der dritte Name, den der Merkur ins Spiel bringt, hat es jedoch in sich: Angeblich sollen auch Peter und Gerda Reichert an der Bräurosl interessiert sein. Die beiden bewirten den Seehof in Herrsching und, viel entscheidender, das Oide-Wiesn-Zelt Zur Schönheitskönigin. Mit der Schönheitskönigin haben sie eine völlig neue Art Wiesnzelt etablieren können, was nicht nur der Oidn Wiesn sehr gut getan hat, sondern was man sich auch der richtigen Wiesn wünschen würde.


<p>Die Schönheitskönigin ist derzeit das wohl stimmungsvollste Wiesnzelt - und das mit Blasmusik.</p>

Die Schönheitskönigin ist derzeit das wohl stimmungsvollste Wiesnzelt - und das mit Blasmusik.

Dort nämlich werben die Wirte zwar oberflächlich gerne mit der Worthülse der „Tradition“, ohne den Begriff aber letztendlich mit viel Inhalt zu füllen. „Beste Irish-Pub-Stimmung“ beschriebe das allabendliche Geschehen viele Wiesnzelte inzwischen besser. In der Schönheitskönigin hingegen geben auch am Abend Blaskapellen den Ton an und das in beeindruckend elektrisierender Art und Weise. Die Schönheitskönigin dürfte deshalb derzeit das lauteste und lebendigste Zelt auf der ganzen Wiesn sein – obwohl der Altersdurchschnitt momentan noch relativ hoch ist.

Kurzum: Ein bairisches Bierzelt täte auch der richtigen Wiesn gut. Nur wäre das mit der Paulanergruppe überhaupt machbar? Bislang haben die drei Zelte der Brauerei nicht den Anschein erweckt, dass man an etwas anspruchsvollerem Konzept Interesse hätte. Eher ist zu befürchten, dass die neue Bräurosl zum Winzerer Fahndl folgt und ebenfalls Bühnennebel und Discolicht bekommt. Zum leidenschaftlichen Musikanten Peter Reichert würde das nicht so recht passen wollen. Schließlich spielt in seinen Betrieben die Musik weit mehr als eine Nebenrolle.

Wir würden uns sehr freuen, wenn die neue Bäurosl ein mutigeres Konzept bekommen würde, als zu erwarten ist. Dass dies tatsächlich geschieht, scheint jedoch nicht absehbar. Nicht zuletzt sind die Reicherts bislang nicht durch eine Bindung an Paulaner aufgefallen. Sowohl am Ammersee als auch in der Schönheitskönigin wird Hofbräu ausgeschenkt und nicht zuletzt sei erwähnt, dass Gerda Reichert der Familie Sperger entstammt, welche seit 1980 das Hofbräuhaus am Platzl bewirtet.

So oder so hoffen wir, dass uns die Schönheitskönigin erhalten bleibt. Umso mehr würden wir uns jedoch freuen, wenn sich zum Augustinerzelt ein Zelt hinzugesellen würde, dass etwas weniger zeitigeistig betrieben wird und sich traditionelle Elemente nicht auf die alljährliche Bierpreiserhöhung beschränken. Die Beliebtheit des Augustinerzelts und der Oidn Wiesn geben jedenfalls Anlass zur Vermutung, dass ein solches großen Anklang finden würde.

Was denken Sie? Ist es wirklich realistisch, dass die Reicherts die Schönheitskönigin durch die Bräurosl tauschen? Wäre ein traditionelleres Wiesnzelt wünschenswert? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!