Die Ochsenbraterei erhält 2017 ein komplett neues Zelt.

Die Ochsenbraterei ist seit 1980 in der Hand einer der bedeutendsten Münchner Gastronomieimperien. Der Familie Haberl gehören ganze sechs Großbiergärten. Auf der Wiesn steht die aktuelle Wirtin, Antje Schneider, die das Zelt 2011 nach dem Tod ihres Vaters Hermann Haberl übernahm, in der Tradition von Johann Rössler, der 1881 den ersten dampfbetriebenen Ochsengrill aufstellte. Das war damals eine solche Attraktion, dass er für deren Anblick sogar Eintritt verlangen konnte.

Die heutige Ochsenbraterei wurde 1980 vom Spatenbräu als Brauereizelt übernommen, komplett erneuert und mit einer zeitgenössischen, bis heute sehr eigenwilligen, gewölbten Fassade versehen. Die Innenausstattung hingegen ist mit seinen weiß-blauen Tüchern und den prächtigen Kränzen typisch für ein bayerisches Bierzelt. Und das gefällt den Haberls offenbar so gut, dass sie seit 2010 sogar versuchen, ebendies als dreidimensionale Marke einzutragen.

Die Ochsenbraterei wird nicht nur für seine namensgebenden Speisen geschätzt sondern auch für seine akustische, traditionelle Blasmusik, die am Nachmittag das Zelt beschallt. Das Zelt gehört zu den wenigen, die mit Punkt zwölf auch wochentags sehr gut gefüllt sind. Und das hat sogar einen historischen Grund: 1980 war Hermann Haberl der erste Wirt, der auch mittags Musik spielen ließ, was seinen Kollegen damals noch ein Dorn im Auge war, schließlich wollte man keine Musiker für die Beschallung eines leeren Zeltes bezahlen.

2016 ersetzt Matthias Achatz Charly Flauger als Kapellmeister. Der zuvor bei Wolfgang Grünbauers Oktoberfestmusikanten engagierte Achatz hat leider die Eigenschaft von seinem Vorgänger übernommen, die Besucher zur Essenszeit mit aller Gewalt auf die Bänke spielen zu wollen. Das Repertoire umfasst dabei einige bierzeltuntypische Stücke.

Die gut 100 Ochsen, die jedes Jahr die hungrigen Mägen der Zeltbesucher füllen, sind echte Münchner Kindl und werden ausschließlich vom städtischen Gut Karlshof bezogen. Die Schauochsen, die auf den für den Gast einsehbaren Grill kommen und deren Namen auf der Tafel angeschrieben werden, werden übrigens speziell dafür ausgesucht. Normalerweise ist ein Ochse beim Schlachten nämlich ungefähr eineinhalb Jahre alt. Die Schauochsen jedoch müssen unter einem Jahr alt sein, damit ihr Rückenmark nicht zur BSE-Vorsorge entfernt werden muss, was ihren Anblick beeinträchtigen würde. Und etwas hermachen sollen sie ja schon.