Seinen Namen hat das Brauereizelt des ehemaligen Pschorrbräus von einer sagenumwobenen Brauereitochter, die der Legende nach ihre allabendliche Maß Bier hoch zu Ross auf dem Hof der Brauerei zu sich genommen haben und dabei die Braugesellen beeindruckt haben soll. Daher rührt auch das Motiv des Gemäldes, das über dem Eingang des Zeltes prunkt.

Gewöhnungsbedürftig sind für so manch einen die Klänge der südtiroler Kapelle, die am Nachmittag erklingen, wenn das Zelt noch spärlich gefüllt ist. Diese spielt nämlich keine traditionelle Blasmusik, sondern setzt gerne auf volkstümliche Klänge und verfügt über eine bemerkenswert kräftige Beschallungsanlage. Eine weitere akustische Besonderheit ist die hauseigene Jodlerin, Carolin Weidner, die von Montag bis Freitag um halb vier und um halb sechs, am Wochenende um halb zwei und halb vier als jodelnde Bräurosl auftritt.

Die Tatsache, dass hier auch am Nachmittag schon gerne eigentlich untersagte „aufheizende Musik“ angestimmt wird, sorgt für einige Beliebtheit bei den Münchner Schülern und anderem jungen Feiervolk.

Die schmankerlreiche Speisenkarte bietet täglich wechselnde Mittagsgerichte für 11,60€. 2015 wurde die Karte allerdings um drei traditionelle Gerichte verkleinert: Saures Lüngerl, Milzwurst und Bratensulz sucht man nun vergeblich.

Als die Bräurosl 1901 ihre Wiesnprämiere feierte, wurde sie als erstes Bierzelt komplett elektrisch beleuchtet. Beeindruckend war auch dessen Nachfolger von 1913, das mit 12000 Sitzplätzen größte Bierzelt, das jemals seinen Weg auf die Wiesn fand. Das aktuelle Zelt, das seit 1936 von der Familie Heide bewirtet wird, wurde 2004 von Grund auf neu errichtet und 2011 nochmals angepasst, vorrangig durch die Verglasung der Fassade und die Bier-Ringleitung, beides bereits im Vorher beim Konzernschwesternzelt Winzerer Fähndl erprobt.