Die Familie Inselkammer betreibt das Armbrustschützenzelt seit 1990. Da auf der Wiesn ausschließlich Münchner Brauereien zum Zug kommen, werden dabei nicht die Biere der familieneigenen Brauerei aus Aying ausgeschenkt, sondern das Wiesnbier des Paulanerbäus. Obgleich die Anfänge der Armbrustschützengilde weit zurück liegen, finden auch heute noch im Schießstand am Zelt das Oktoberfest-Armbrust-Landesschießen, sowie sein Prominentenableger statt.

Das Zelt, dessen Fassade an oberlandlerische Architektur erinnert, mit seinem Turm gleichzeitig aber auch seine Ursprünge als Bierburg zitiert, wird im Innenraum von grünen und weißen Tüchern dominiert. Oben auf der vorderen Galerie thront eine stattliche Wildsau, die jedes Jahr vor Wiesnbeginn von den Angestellten geschmückt wird. Da selbiger allerdings deutlich schneller wieder verschwunden als angebracht worden ist, muss man schon früh am Eröffnungssamstag vor Ort sein, um davon Zeuge zu werden.

Das Armbrustschützenzelten gehört zu den Bierzelten, die eher später erst richtig voll werden. Das Publikum ist schwer charakterisierbar, gehört aber nicht zu den jüngsten auf der Wiesn. Die Stimmung etwas gesetzter, ohne gleichzeitig für sich beanspruchen zu können, Traditionalisten zu beglücken.

Bereits 1895 bezog die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl erstmals ihr Quartier auf der Theresienwiese. Das heutige Armbrustschützenzelt steht in der Tradition diesen ersten Festzeltes, zogen doch die Schützen 1926 vom großen Winzerer Fähndl in sein kleines Pendant. Bis zu dessen Blützezeit sollten aber noch einige Jahre vergehen. 1958 übernahm der legendäre Wiesnwirt Richard Süßmeier das kleine Winzerer Fähndl – damals eine Kriegsbaracke. Dem unermüdlichen Süßmeier gelang es in den darauffolgenden Jahren einen renommierten Betrieb aufzubauen und zog 1965 auf den heutigen Platz in der Wirtsbudenstraße mit dem im gleichen Jahr neu erbauten Zelt, das in dieser Form bis heute erhalten geblieben ist.