Der Wiesnkini Wiesnpreisindex (WPI) hat sich zum Ziel gesetzt, die Preisentwicklung auf der Wiesn anhand eines Warenkorbes zu beobachten, der einen Wiesnbummel einer vierköpfigen Familie abbilden soll. Hiermit wird erreicht, dass nicht nur Bier- und Hendlpreise alljährlich verglichen werden können, sondern auch Preisänderungen auf der Schaustellerstraße deutlich werden. Auch werden die teilweise deutlichen Preisunterschiede zwischen den großen Zelten deutlich, die sich bei Bier und Hendl in der Regel nur unwesentlich unterscheiden.

Für 2016 haben wir den Warenkorb leider anpassen müssen, da überraschenderweise Rund um den Tegernsee nicht zugelassen worden ist. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir es durch ein noch älteres Karussell ersetzt, nämlich die Münchner Zugspitzbahn. Hoffentlich können wir uns auf deren Zulassung auch in Zukunft verlassen. Weiterhin verzichten wir zukünftig auf die Ermittlung der Brenzpreise, da deren Unterschiede zu gering sind, um ins Gewicht zu fallen.

Zusammensetzung des WPI II

Im Einzelnen setzt sich der WPI II, der ab sofort verwendet wird, wie folgt zusammen: In einem großen Zelt werden zwei Maß Bier, zwei Spezi, zwei Hendl und eine Schweinshaxn verzehrt. Auf der Schaustellerstraße werden später noch vier Getränke gekauft, dazu 100 Gramm gebrannte Mandeln, ein Schokoerdbeerspieß und eine kleine Portion Zuckerwatte. Dass der Straßenkauf nicht in der Wirtsbudenstraße erfolgt, hat durchaus Einfluss auf die Einkaufspreise. Eine Auszogne beispielsweise kostet in der Schaustellerstraße bis zu 25% weniger als in der Wirtsbudenstraße.

Dazu kommen je eine Erwachsenen- und eine Kinderkarte für die Wilde Maus und die Münchner Zugspitzbahn. Außerdem werden drei Fahrten mit einem Kinderkarussell mit einberechnet. Die gesamte Familie fährt mit dem Riesenrad und besucht das Teufelsrad. Ein Erwachsener allein gönnt sich noch eine Fahrt mit dem Olympia-Looping.

Preissteigerung 2016

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Schausteller waren brav. Wir haben dort weder bei den Fahrgeschäften in unserem Warenkorb, noch bei den Standln Preiserhöhungen verzeichnet. Bei den Mandeln und den Schokoerdbeeren gibt es zudem wieder viele Standl, die 50 cent günstiger sind, als die von uns hauptsächlich beobachteten vier Euro für gebrannte Mandeln und 4,50 Euro für Schokoerdbeeren.

Bei den Bierzelten sieht die Situation anders aus, allerdings konnten wir sogar zwei Preissenkungen feststellen: Aufgrund der Tatsache, dass beim Schottenhamel die Schweinshaxn einen Euro günstiger wurde, ist unser Modellwiesnbesuch dort um 0,14% günstiger geworden, in der Fischer-Vroni gar um 6,16%, was jedoch daran liegt, dass dort das Hendl glücklicherweise wieder ohne Zwangskartoffelsalat verkauft wird. Im Schnitt haben sich die Preise durch diese beiden Ausreißer nur um 1,66% erhöht, am deutlichsten – und das zum zweiten Mal in Folge - im Hofbräuzelt mit 3,51%.

Am günstigsten ist unser Wiesnbesuch wie schon in den letzten Jahren in der Ochsenbraterei, wo sich die Rechnung auf 69,20€ beläuft, am teuersten wie gewohnt im Weinzelt, wo bemerkenswerte 103,60€ von den Bedienungen eingesammelt werden wollen. Der Medianpreis beläuft sich auf 70,80 €.

Insgesamt schlägt unser Wiesnbummel mit 158,30€ (Vorjahr 156,95€) zu Buche. Dank des Verzichts der Schausteller auf Preiserhöhungen, beläuft sich die Teuerung auf lediglich 0,86% im Vergleich zum Vorjahr.

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