Am 17.09. wurde bei bestem Wetter zum Presserundgang 2015 geladen. Der Presserundgang dient in erster Linie dazu, der Öffentlichkeit die Neuheiten auf dem diesjährigen Oktoberfest nahezubringen. Begleitet wurde die Veranstaltung wie im Vorjahr von der Kapelle Kaiserschmarrn, die die schreibende Zunft zuerst vor dem Motodrom versammelte. Bürgermeister und Wiesn-Chef Josef Schmid äußerte sich zu allererst zur aktuellen Flüchtlingssituation. Die Stadt blende nicht aus, was um die Wiesn herum passiert und deshalb würde auch ein Spendenkonto eingerichtet, welches noch bekannt gegeben wird. München helfe in der Not und würde Gastfreundschaft, Lebensfreunde und Geselligkeit zeigen.

Anschließend folgte eine Vorstellung im Motodrom, das nach einigen Jahren Pause erstmals wieder auf der Wiesn vertreten ist – zumindest auf der Oidn Wiesn. Donald Ganslmeier, der das Geschäft von Hugo Dabbert 2012 übernahm führt nun die älteste reisende Steilwand. Die Zuschauer erleben im Inneren verschiedene Motorradkunststücke – auch mit mehreren Fahrern gleichzeitig.

Als zweite Station stand der Encounter auf dem Programm. Schausteller Karl Häsler entschuldigte sich für seinen Fehlstart im Vorjahr, in dem er sich vom Pech verfolgt sah. Verschiedene Faktoren, u.a. Lieferschwierigkeiten sorgten erst dafür, dass das Geschäft gar nicht starten konnte und dann nur mit einem Ersatzprogramm. Als Wiedergutmachung hat er sich für das Münchner Publikum etwas ganz Besonderes ausgedacht: Wer am Eröffnungssamstag an die Kasse kommt und (hoffentlich wahrheitsgemäß) sagt, dass er letztes Jahr auch schon dabei war, darf sich kostenlos von der 2015er-Version des Schaugeschäfts überzeugen. Dieses Angebot wird übrigens nicht plakatiert. Und tatsächlich war der Encounter von Grund auf anders als im Vorjahr. Die Geschichte ist inzwischen verständlich, es gibt zwei neue Figuren im Raum und ein paar neue Effekte. Richtig beeindruckt war unsere Redaktion allerdings noch nicht.
Station Nummer drei war dem bekannten Shocker vorbehalten. Dieser hat heuer eine Kinect vor dem Geschäft installieren lassen, die vorbeiflanierende Wiesnbesucher in Geister verwandelt.

Anschließend ging es zum Tower, der nach seiner Wiesnpremiere 2009 erstmals wieder mit neuem Konzept auf der Wiesn steht. Der Tower ist ein wahrlich großes und v.a. hohes Laufgeschäft, das sich von der Konkurrenz abgesehen von der Größe im Wesentlichen dadurch unterscheidet, dass es zumindest teilweise ein inhaltliches Konzept hat. Ein Teil der unterschiedlichen zeigt das Werk der an Salvador Dalí angelehnten Kunstfigur Salvatore. Kunstkritiker wird man damit nicht begeistern können, dem Großteil des Publikums dürfte es schlichtweg egal sein und somit bleibt gewohnte Laufgeschäftausstattung zurück. Das von anderen Festplätzen bekannte Kaffee in der siebten Etage darf auf der Wiesn mangels Zulassung nicht betrieben werden.

Das Daemonium, seines Zeichens größte reisende Geisterbahn der Welt, wurde der Presse leider nicht vorgeführt. Dafür zeigte Bertis Schokoladenfabrik nebenan einen Vorgeschmack auf die Zuckerkunstvorführung, die dort täglich um 14 und um 18 Uhr gezeigt wird.

Die letzte Station im Schaustellerteil galt der zweite großen Wiesnnheuheit, der Riesenschaukel Konga. Als „einmalig mit der Thematisierung“ pries sie Inhaber Sebastian Küchenmeister an. Von den Testfahrern wurde das Fahrerlebnis durchweg positiv beurteilt. Mit einer Schaukelhöhe von 40 Metern macht sie doch einiges her.

Abschließend wurde im neuen Wiesnzelt, dem Goldenen Hahn zum Essen geladen. Das wenig traditionelle Hauptgericht, nämlich ein Hendlspieß wusste allerdings nicht so recht zu begeistern. Für die Geflügelebermousse im Baumkuchenmantel als Vorspeise sprechen wir allerdings gerne ein Empfehlung aus. Auffällig war auch die starke Anlehnung der Kleidung der Kellner an die Miesbacher Vereinstracht. Insgesamt gehören die angestellten des Goldenen Hahn zu den bestgekleideten des Oktoberfestes. Bemerkenswert waren auch die sehr an die Allianz-Arena erinnernden Maßkrüge.