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Der 2016 komplett neu gebaute Himmel der Bayern gehört zu den beliebtesten Bierzelten, und ist auch zur Mittagszeit bereits gut gefüllt.

Seit seiner Umgestaltung in den 50er Jahren ist das Brauereizelt des Hackerbräus auch als Himmel der Bayern bekannt. Seit sich 1989 der Straßlacher Metzger und Wirt Toni Roiderer dessen annahm, hat sich das Zelt zu einem der wenigen Wiesnzelte gemausert, die auch unter der Woche bereits zum Zwölfuhrleuten bis auf den letzten Platz belegt sind. Dass Toni Roiderer seit 2002 auch das Amt des Wirtesprechers bekleidet, ist eben nicht nur auf seine berühmte Schlagfertigkeit zurückzuführen.

Inzwischen steht auch Sohn Thomas in der Konzession und hat zu seinem Einstand auch gleich einen Neubau ankündigen dürfen, der 2016 erstmals auf der Wiesn aufgebaut wurde. Entgegen der Vorankündigung, es solle sich trotz des Neubaus nicht viel ändern, werden die 2004 von Oscarpreisträger Rolf Zehetbauer geschaffenen Gemälde durch Ansichten von „Münchner Traditionsorten“ von Rudi Reinstadler ersetzt. Auch die Boxen werden allesamt neugestaltet.

Auch baulich wird sich einiges ändern. Das Zelt wird künftig mit 14,2 Metern eineinhalb Meter höher sein, außerdem wird, wie derzeit offenbar üblich, das Dach am First mit einer Lüftungsöffnung versehen. Auf das 2005 eingeführte Cabriodach wird beim Neubau verzichtet. Zu hoffen bleibt, dass durch den Neubau auch das Rauchverbot im Zelt tatsächlich durchgesetzt wird, was an Samstagen zuletzt nicht der Fall war.

Die auffälligste Neuerung wird aber sicherlich der 50 Meter lange, überdachte und zum Biergarten auf der Südseite gehörende Balkon sein. Nicht zuletzt durch die Verbreiterung der Gänge und Erhöhung der WC-Kapazitäten verringert sich die Kapazität im Zelt um gut hundert Personen, die aber im Freien wieder ausgeglichen werden, sodass insgesamt sogar ganze zwei neue Plätze entstanden sind.

Das Publikum ist im Hackerzelt nicht nur zahlreich, sondern auch recht jung und nimmt den reservierungsfreien Bereich bereits am Vormittag ein. Die Publikumsstruktur dürfte nicht zuletzt mit der Musik im Zelt zu erklären sein. Seit 1994 sind die Kirchdorfer als Festkapelle engagiert. Weil der Publikumszuspruch früher noch weit entfernt von seinen heutigen Ausmaßen war, wollte Roiderer sogar die Spider Murphy Gang zusätzlich für die Abendstunden verpflichten, was diese jedoch ausschlug. Stattdessen spielen seit 1996 während der Abendpause der Kirchdorfer die Cagey Strings ihr rocklastiges Programm.

Ein großer Teil der Gäste stammt aus dem Münchner Süden, dem Oberland oder dem Isarwinkel und feiert ausgelassen. Das Hackerzelt ist sicherlich keine Offenbarung für Traditionalisten, wahrt jedoch ein gewisses Niveau, das ballermaneske Züge zumindest im Hintergrund hält.

Großer Beliebtheit erfreuen sich die täglich wechselnden Mittagsgerichte für 10,80€. Überhaupt hat das Hackerzelt eine der besten Speisenkarten der Wiesn: Vielseitig, vernünftig und ausgeglichen bepreist. 2017 wurden die Preise nur geringfügig erhöht.


Speisekarte 2017

Maß Bier10.60 €
Spezi 0,5 ltr.4.70 €
Limo 0,54.70 €
Halbes Hendl10.90 €
Schweinshaxn18.50 €