Der kleinste der großen Zelte auf der Wirtsbudenstraße ist besonders für seine Kulinarik bekannt: Fisch, insbesondere am Steckerl und Augustiner vom Holzfass.

Spätestens 1818 wurde auf der Wiesn der erste Hering gegrillt. Der Grund, dass diese einst so beliebte Speise Ende des 19. Jahrhunderts von der Wiesn verschwand, ist u.a. der bis heute beliebte Steckerlfisch, der damals Einzug hielt. Eine Spezialität, die sich von diesem Ursprung aus in ganz Bayern verbreitete. Dass es auf dem Oktoberfest – auch im Vergleich zu früheren Tagen – vergleichsweise wenige Fischbratereien gibt, liegt wohl weniger an der Popularität des Gerichts, als vielmehr an der traditionellen Dominanz der Fischer-Vroni, dem Inbegriff für Steckerlfisch.

1904 errichtete Wirt Josef Pravida erstmals das Fachwerkhaus mit Halbwalmdach samt Storchennest, nannte es damals aber zunächst „Fischerhütte zum Holländer“. Nur drei Jahre darauf folgte aber auch schon die Abkehr vom holländischen Thema, der Umbenennung in Fischer-Vroni mit sich brachte. Erst 1998 zog das Zelt in die Wirtsbudenstraße. Das Erscheinungsbild hat sich seither nicht grundlegend verändert, doch bereits 2006 sorgte der im Jahr 2000 angetretene Wirt Hans Stadtmüller für einen Neubau, der 2011 nochmals um eine weitere Galerie über dem Haupteingang erweitert wurde. 2013 bekam die Front zur Wirtsbudenstraße hin ein Holzfasslager.

Markantestes Merkmal ist neben dem Storchennest auf dem Dach die meterlange Grillstraße auf der Südseite des Zeltes, wo Makrelen, Lachsforellen, Saiblinge und Wolfsbarsche auf ihren Verzehr vorbereitet werden. Doch nicht nur die fischorientierte Speisekarte bietet zahlreiche Besonderheiten, auch beim Bier regiert der Luxus: Wie bei der Augustinerbrauerei generell üblich, wird der flüssige Gold traditionell aus Holzfässern ausgeschenkt. Dazu gibt es täglich wechselnde Mittagsgerichte.

In den letzten Jahren erfuhr der zweite Montag, eigentlich der Maurermontag in der Fischer-Vroni eine radikale Umdeutung. An einem Tag, an dem zumindest bei gutem Wetter normalerweise kein Zelt wegen Überfüllung schließt, platzt die Vroni aus allen Nähten, wenn sich dort die bayerische Schwulengemeinde trifft. Ansonsten ist das Fischer-Vroni-Publikum eher ein bisserl gesetzter als anderswo.