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Auch die 182. Ausgabe des Münchner Oktoberfestes entzieht sich nicht ihrem ewigen Erneuerungsprozess und hat einige Neuheiten zu bieten.

Auch die 182. Ausgabe des Münchner Oktoberfestes entzieht sich nicht ihrem ewigen Erneuerungsprozess und hat einige Neuheiten zu bieten.

Neuheiten in den Bierzelten

Damit, wie vom Stadtrat entschieden, der Platz zwischen Schützenzelt und Winzerer Fähndl größer werden kann, wird der Biergarten des Schützenzeltes verkleinert. Um dadurch entstehende Kapazitätsverluste einzudämmen, wird das Schützenzelt selbst umgebaut. Neben einer Verlegung der WCs, erhält das Zelt v.a. eine Rundum-Galerie. Somit scheint das Schützenzelt nun auch optisch dem Hippodrom nachzueifern.

Die Hendlbraterei Poschner wird durch ein neues, hochpreisiges Zelt von Josef Able ersetzt. Im Goldenen Hahn, wie das Zelt heißen wird, stehen Hendl, Enten, Gänse, v.a. aber Champagner im kulinarischen Mittelpunkt. Die hohen Preise (zehn Euro für eine Wasser-Maß oder 45€ für ein Hendl-Menü) dürften noch für Diskussionen sorgen.

Für Münchner gibt es aufgrund einer Neuregelung in manchen Zelten die Möglichkeit, an Samstagen und Sonntagen bis 15:00 Uhr zusätzliche Tische ohne Mindestverzehr zu reservieren. Welche Wirte diese Möglichkeit bieten, lesen Sie unter Tischreservierungen für Münchner.

Im Marstall wird heuer zur Mittagszeit erstmals die junge Blaskapelle Tromposaund aufspielen. Das Winzerer Fahndl hat täglich für 19-21 Uhr Skandal aus Bayern engagiert. In der Hendlbraterei Heinz spielen heuer erstmals die Isar Ratz’n. Im Weinzelt wird 2015 wurde das Zelt im Innenraum leicht umdekoriert. Anstatt Tüchern, die parallel zum Dach unter selbigem hangen, füllen nun Blumenkränze und Weinzeltfahnen den Luftraum. Im Humoristischen Velodrom auf der Oidn Wiesn gibt es heuer erstmals Hofbräubier aus Holzfässern. Das Winzerer Fähndl hat neben einer kleinen Änderung am Turm vor dem Zelt auch im Innenraum einen Veränderung erfahren. Das Musikpodium zitiert nun Gestaltungselemente des Turms.

Neuheiten der Schausteller

Doch die wesentlichen Neuerungen im Schaustellerbereich sind bereits bekannt: Die Großgeisterbahn Daemonium und die Riesenschaukel Konga werden erstmals auf der Wiesn aufgebaut. Das Daemonium tut sich bei einer Breite von 26 Metern und einer Höhe von 23 Metern nicht schwer, auf dem Festplatz aufzufallen. Die Fahrt erstreckt sich auf ganze vier Ebenen. Im Inneren bietet sich den Besuchern im Wesentlichen das, was man sich von einer Geisterbahn erwartet.

Die zweite Neuheit, Konga, ist den Wiesnbesuchern in ähnlicher Form bereits aus dem Jahr 2011 bekannt. Damals gastierte mit dem Monster ein baugleiches Geschäft. Konga ist eine Schaukel, deren Gondel in eine Höhe von bis zu 40 Metern schwingt und dabei an die 100 Stundenkilometer schnell wird. Im Schaukeltal wirkt auf die Fahrgäste eine vertikale Beschleunigung vom vierfachen der Erdanziehungskraft. Zudem dreht sich der Gondelkranz, wodurch sich das Gefühl von Schwerelosigkeit am Scheitelpunkt erhöht. Der Fahrablauf ist auch vom seit Jahren auf dem Oktoberfest gastierenden Free Style bekannt.

Schmerzlich vermissen dürften heuer sicherlich viele eine der beiden großen Wildwasserbahnen, die bislang im jährlichen Wechsel aufgebaut haben. 2015 wird nämlich weder die Wildwasserbahn von Löwenthal noch die von Meyer und Steiger in München stehen.

Trotz der großen Probleme im Premierenjahr und der vielen unzufriedenen Kunden, kommt auch der Encounter heuer wieder auf die Wiesn. Die Wiederzulassung scheint in der Tat auch gerechtfertigt. Die gebotene Vorstellung unterscheidet sich grundsätzlich von dem, was im Vorjahr zum Misserfolg führte. Die zweite Wiesnneuheit 2014, Big Bamboo, hingegen erlebt keine zweite Spielzeit am Oktoberfest.

Neue Standl

Einige neue Standl gibt es heuer ebenfalls. Die von den Auer Dulten und dem Münchner Christkindlmarkt bekannte und auf der Wiesn bereits mit einer Mandelbrennerei vertretene Familie Bretz darf erstmals mit ihrem „Gaumenschaus“ die Wiesn beziehen. Neben verschiedenen Würsten gibt es dort bemerkenswerterweise einen Weißwurst-Leberkas. Die Räuberpfanne von Karl Doll bietet hingegen wie der Name vermuten lässt ein Pfannengericht aus Schweinefleisch, Zwiebeln und Praprika an. Mit Bertis Schokoladenfabrik bereichert ein weiterer Schokoladenfrüchteverkauf das Oktoberfest. Hier werden allerdings die Waren von Norbert Lange jun. vor den Augen der Kundschaft präsentiert. Jeden Tag gibt es zusätzlich um 14 und um 18 Uhr eine Zuckerkunst-Show. Außerdem erhält die seit über 30 Jahren bekannte Herzlmalerei Schifferl eine zweite Filiale.

Neuheiten auf der Oidn Wiesn

Auch auf der Oidn Wiesn gibt es wieder Neues: Nach einer mehrjährigen Pause kehrt das Original Motodrom von 1929 wieder nach München zurück. Nicht jedoch auf das Oktoberfest, sondern auf die Oide Wiesn. Somit wird der von uns kritisierte Trend, Traditionalismen aus der richtigen Wiesn herauszuoperieren, leider fortgesetzt. Außerdem gibt es zwei neue Verkaufsstände: Die Eis-Bar von Christian Seitz, die in 50er-Jahre-Ambiente u.a. Augustiner-Eis kredenzt und die Nussbrennerei „Alpenhütte“ von Willy Kinzler jun.

Baustellenführungen

Neu sind heuer zudem Baustellenführungen, die an den letzten drei Freitagen im August stattfinden.

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