Mit drei neuen Zelten und acht neuen Fahrgeschäften gibt es heuer so viele Neuheiten wie selten. U.a. gibt es eine neue Ochsenbraterei.

Nach dem gänzlichen Verzicht auf neue Fahrgeschäfte im Vorjahr, was wir bereits zum Jahresbeginn zum Anlass für Kritik genommen haben, liest sich die Liste der Wiesnneuheiten 2017 regelrecht spektakulär. Neben einer neuen Ochsenbraterei und der Rückkehr der Entenbraterei Heimer an neuem Standort mit neuem Zelt und der neuen Schönheitskönigin auf der Oidn Wiesn, die das Velodrom ersetzt, sind, je nach Zählweise, weiterhin ganze acht neue Fahrgeschäfte, darunter einige Überraschungen, zu bestaunen. Zusätzlich zu den Neuheiten hat auch der beliebte Klassiker Rund um den Tegernsee nach im Vorjahr offenbar vergessener Bewerbung den Weg wieder zurückgefunden.

Neubau der Ochsenbraterei

Die größte bauliche Neuheit ist auch heuer wieder ein Bierzelt. Bierzeltneubauten hat es in den letzten Jahren einige gegeben und auch dieses Jahr ist wieder eines der großen dran: Die Ochsenbraterei, deren derzeitiger Bau im Wesentlichen aus dem Jahr 1980 stammt, als die Familie Haberl das Zelt übernehmen konnte. Das neue Zelt wird sich optisch wesentlich daran orientieren, strukturell jedoch am neuen Hackerzelt. So wird auch in der neuen Ochsenbraterei Büro- und WC-Kapazität in den ersten Stock verlegt und die Galerien erweitert, um im Erdgeschoß für mehr Platz zu sorgen. Anders als im Hackerzelt wird allerdings die neue südliche Galerie nicht zum Garten, sondern zur Halle gehören.

Rückkehr der Entenbraterei Heimer

Die Entenbraterei Heimer kehrt wie erwartet auf die Wiesn zurück. Überraschenderweise allerdings nicht am Platz der Entenbraterei Wildmoser, die sich aus dem Geschäft zurückgezogen hat, sondern in der Straße 2, in der Nähe des Augustinerzeltes. Seit das Hippodrom in die Wirtsbudenstraße umgezogen war, wurde dort kein Zelt mehr aufgebaut. Das neue Zelt wird etwas kleiner als sein Vorgänger ausfallen und neu gestaltet werden.

Zur Schönheitskönigin

Bereits 2015 wurden Stimmen öffentlich, die Unzufriedenheit mit dem damals zum Gastronomiebetrieb aufgestiegenen Velodrom auf der Oidn Wiesn zum Ausdruck brachten. Deshalb wird dieses 2017 durch ein richtiges Bierzelt ersetzt. Bereits 2011 betrieb die Familie Reichert das Musikantenzelt „Zur Schönheitskönigin“ auf der Oidn Wiesn, welches jedoch seither durch den Herzkasperl ersetzt wurde. Mit altem Namen, aber neuem Zelt und Konzept, kehrt sie heuer zurück.

Drifting Coaster

Nachdem die Cobra nicht mehr der Wiesn stehen wird, zieht eine neue kleine Achterbahn auf die Theresienwiese. Die Besonderheit des „Drifting Coasters“ ist die Tatsache, dass die Gondeln seitlich frei schwingen.

Neue Geisterbahn

Die Schaustellerfamilie Judenhofer-Kunz gehört mit dem Geisterschloss zum Inventar auf dem Münchner Oktoberfest. Heuer will sie zusätzlich eine neue Geisterbahn etablieren, die erst auf der Wiesn ihre Premiere feiern wird. Nicht sonderlich überraschend kehrt auch Edmund Eckl, der im vergangenen Jahr erstmals auch eine Zulassung mit einem Kaffeestand erhielt, zumindest mit seiner Nostalgiegeisterbahn zurück. Mal schauen, wie lange es noch dauert, bis auch der Shocker doch wieder auf der Theresienwiese steht...

Jules-Verne-Tower

Alexander Goetzke bezieht das Oktoberfest heuer erstmals mit dem neuen „Jules Verne Tower“, der Alex‘ Airport ersetzen wird. Anstatt auf bisher 55 Meter Höhe wird der Gondelstern bei diesem neuen Hochkettenkarussell dann auf 80 Meter Höhe gezogen.

Wildwasserbahn Pirateninsel

Nach Jahrzehnten, in denen – zumindest in den meisten Jahren – entweder die Wildwasserbahn von Meyer und Steiger oder Wildwasser III von Löwenthal auf der Wiesn standen, zieht 2017 nach zweijähriger Wildwasserbahnpause eine Bahn auf das Oktoberfest, die dieses in dieser Form noch nicht gesehen hat. Sie war zwar in den 80ern unter dem schlichten Namen Wildwasser regelmäßig zu Gast, wurde jedoch 1992 durch die größere Wildwasser III ersetzt und 1995 zur Pirateninsel umgebaut.

Voodoo Jumper

Beim Voodoo-Jumper handelt es sich um ein Karussel, bei dem die frei-drehenden Gondeln an Armen angebracht sind, die auf und ab hüpfen den Fahrgast somit ein Gefühl der Schwerelosigkeit vermitteln.

Zusätzlicher Wellenflug

Der altbekannte Wellenflug von Stranninger bekommt einen Zwilling. Heuer wird auch der baugleiche Welleflug von Fahrenschon auf dem Oktoberfest aufgebaut.

XXL Höhenrausch

Anja Goetzke hat ein Geschäft übernommen, das sich auf der Wiesn bereits bewährt hat. Das künftig unter dem Namen XXL Höhenrausch reisende Monster war bereits 2011 auf der Wiesn. Vor zwei Jahren war mit Konga eine baugleiche Schaukel auf dem Oktoberfest zu Gast.

XXXL Racer

Franz Goetzke war 2016 letztmals mit seiner Frisbee auf der Wiesn vertreten und wird heuer die Festplätze mit dem XXXL Racer beschicken. Hierbei soll es sich um einen neuen Typ Vertikalkarussel von Fabbri handeln. Ein Fahrgeschäft mit ähnlichem Fahrverlauf des gleichen Herstellers sehen Sie im folgenden Video.

Reservierungsfreier Tag gekippt

Im vergangenen Jahr entschloss der Stadtrat, den letzten Wiesntag reservierungsfrei zu halten. Inzwischen haben die Wirte es jedoch geschafft, die Stadträte davon zu überzeugen, dass sie doch reservieren und damit in erster Linie einen Mindestverzehr kassieren dürfen. Um über sich daraus ergebende Reservierungsmöglichkeiten informiert zu werden, empfehlen wir, unseren Rundenbrief zu abonnieren.

Neue Wiesnkapellen

Die Paulanerbrauerei ist sich offenbar unschlüssig, welche die richtige Showband für die 2015 eingeführte Discoschicht von 19-21 Uhr im Winzerer Fähndl ist. Heuer dürfen Kapellen Nummer drei und vier, Blind Date und Nachtstark, im wöchentlichen Wechsel ihr Glück versuchen. Im Marstall sucht man nach einer neuen Identität für den bislang schwach besuchten Nachmittag. Die Pepi-Kugler-Band beerbt dort Tromposound und die Oberbayern als Nachmittagskapelle.

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