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Bereits vor der Einweihung des Neubaus der Hendl- und Entenbraterei Poschner haben wir erfreulicherweise Gelegenheit gehabt, uns das neue Zelt anzuschauen. Noch wird zwar fleißig an der Dekoration im Inneren gewerkelt, aber das Konzept wird freilich längst deutlich. Die Tradition des schon seit 1934 auf der Wiesn stehenden Zelts zu bewahren, dabei dem Zeitgeist aber nicht die Zelttür vor der Nase zuzusperren, ist der Anspruch der Wirtsfamilie Luff. Unter diesem Motto steht, für jeden sichtbar, auch die optische Gestaltung des Zeltes, die sich stark von den Neuzulassungen der letzten Jahre unterscheidet.

Grafikerin Tita Gronemeyer, die beispielsweise auch gerne von den Wiesnwirten für die Gestaltung ihres Jahreskruges herangezogen wird, hat ein neues Farb- und Grafikkonzept geschaffen, das vorrangig modern wirkt, auf Bildelementen und z.B. auch den Bierdeckeln, jedoch Bezug auf wichtige historische Persönlichkeiten nimmt. Darunter befinden sich Persönlichkeiten wie Bierbaron Joseph Pschorr genauso wie Annaliese Luff, die 60 Jahre lang stilprägend für das Zelt war und deren Philosophie bis heute nachklingt.

Das ungewöhnlichste optische Element des neuen Zeltes ist zweifelsohne die Beleuchtung. Unter dem Dach hängende Ringe ist man aus Bierzelten gewohnt, doch beim Poschner leuchtet keine Lampe in der Mitte eines Zierrings, sondern der Ring selbst ist die Lampe. Außen sollen die beweglichen Figuren, die vor der Fassade hin und her fahren, für einen Blickfang sorgen.

Wichtig war der Familie Luff bei der Neugestaltung nicht nur die Optik. Man nutze den Neubau insbesondere auch dazu, für durchgehende Barrierefreiheit zu sorgen. Diesen Aspekt dürften auch Familien mit Kinderwägen zu schätzen wissen. Kinder stehen auch sonst im Mittelpunkt. Damit den Kleinen nicht langweilig wird, wenn die Eltern noch eine Maß Bier trinken, nimmt jedes Kind an einer Tombola teil, bei der es kleine Spielzeuge zu gewinnen gibt. Dazu gibt es an den Familientagen bis 19 Uhr ein halbes Hendl mit Brezn für sechs Euro.

Den Spagat zwischen Traditionellem und Zeitgenössischem soll auch die Speisenkarte mitmachen. Neben den klassischen Hendln und Enten findet man dort nach wie vor althergebrachte Exoten wie Hühnerleber und Hühnermägen. Über die Neuerungen wollte uns Juniorwirt Thomas Luff allerdings noch nicht allzu viel verraten. Nicht, dass die Konkurrenz vor Wiesnbeginn noch nachzieht. Verraten konnte er uns immer schon, dass es ein veganes Kürbisgericht geben wird.

Gespannt sein dürfen wir auch die neue Musik im Zelt. Diese wird sich nämlich maßgeblich von der Partybeschallung in den anderen kleinen Zelten unterscheiden und deutlich traditionellere Klänge anstimmen. Dazu wird sogar geplattelt.

Bis Wiesnpfarrer Pater Paul das Zelt am Samstag vor dem Anzapfen weihen kann, haben die Luffs jedoch noch alle Hände voll zu tun. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sogar den Hopfen für die Innendekoration haben sie selber aus der Hallertau geholt und im Zelt verarbeitet.

Wer sich das Ganze gerne selber anschauen würde, hat noch die Möglichkeit, sich eine Reservierung (bereits ab 4 Personen) zu organisieren oder einfach spontan vorbeizuschauen. Das Zelt wird nämlich auch am Wochenende nie komplett reserviert.