Über die Wiesn wird seit jeher viel geschrieben. Neben einigem Kommerzschund werden immer wieder sehr ansprechende Sachbücher veröffentlicht.

Wer sich tiefer in das Thema Oktoberfest hineinlesen will, hat es derzeit gar nicht so einfach. Die meisten empfehlenswerten Bücher werden momentan nicht aufgelegt und sind deshalb nur aus zweiter Hand oder im Antiquariat erhältlich. Kein einziges Werk, das sich wesentlich mit der Geschichte der Wiesn auseinandersetzt ist aktuell über den regulären Buchhandel zu beziehen. Da der Erwerb dieser Bücher dennoch nicht schwer ist, soll Ihnen diese Seite einen Überblick über die Wiesnliteratur verschaffen – auch über den Teil, der eben schon ein paar Jahre älter ist.

Neuheiten 2014

Reiseführer

Merian hat 2014 einen Reiseführer veröffentlicht, der sich immerhin gut zur Hälfte direkt mit der Wiesn beschäftigt. Im Zentrum stehen dabei praktische Tipps für einen angenehmen Oktoberfestbesuch.

Die schönsten Geschichten der Wiesn-Chefin

Die ehemalige Wiesn-Chefin Dr. Gabriele Weishäupl hat in ihrer 27-jährigen Amtszeit als Tourismusdirektorin der Stadt München die Wiesn in den letzten Jahren ganz maßgeblich geprägt. Ihre schönsten Geschichten und Erlebnisse, die sich in dieser langen Zeit angehäuft haben, fasst Sie nun in einem unterhaltsamen Buch zusammen.

Sachbücher

Das wichtigste Werk der letzten Jahre ist zweifellos Das Oktoberfest 1810-2010: Wegen Überfüllung geschlossen, herausgegeben vom Stadtmuseum anlässlich der Ausstellung zum 200-jährigen Wiesnjubiläum. Leider hat man sich allerdings anders als 1985 dazu entschieden, lediglich einen Ausstellungskatalog zu veröffentlichen. Dieser ist zwar auch ohne die Ausstellungsstücke daheim im Wohnzimmer zu haben ohne Weiteres lesbar, da keine wesentlichen Informationen oder Abbildungen vorenthalten werden, doch hätten es an der ein oder anderen Stelle durchaus ein paar Zeilen mehr Text sein dürfen. Deutlich textlastiger bei insgesamt geringerem Umgang ist Wiesnfieber: 200 Jahre Oktoberfest, das neben einer Chronik über einzelne Aspekte des Wiesnphänomens sinniert.

1985 hat es wie schon angedeutet zwei Bücher gegeben: Zum einen den sehr interessanten Ausstellungskatalog, der allerdings auch wirklich ein Ausstellungskatalog sein soll und daher einige Abbildungen vermissen lässt und zum anderen 175 Jahre Oktoberfest 1810-1985, das eine Chronik und einen großen literarischen Teil enthält, wie es schon beim Wiesnjubiläum 1960 der Fall war.

Ein besonders schönes, repräsentatives Geschenk für Wiesnliebhaber ist der Bildband Das Oktoberfest, der mit 352 Seiten und mit Maßen von 40 x 25 Zentimetern wahrlich gewichtig daherkommt.

Wer Teilaspekte der Wiesn gerne von einer wissenschaftlichen Perspektive beleuchten will wird ebenfalls mit auch für Laien gut lesbaren Werken glücklich. Zum einen hat sich Ethnologin Simone Egger mit dem Phänomen Wiesntracht auseinandergesetzt. Zum anderen beschreibt Psychologin Brigitte Veitz in Das Oktoberfest – Masse, Rausch und Ritual die Wiesn von einer psychologischen Perspektive, was in Wiesnwahnsinn: Wahre Absurditäten vom Oktoberfest seine Fortsetzung gefunden hat.

Satire und Kurzgeschichten

Seit jeher fasziniert die Wiesn aber nicht nur Ökonomen und Wissenschaftler, auch Feingeiste verschriften gerne ihre Eingebungen zum größten Volksfest der Welt. Viel Aufmerksamkeit, gerade vom Bayerischen Rundfunk hat Ozapft is!: Das Wiesn-Handbuch von Moses Wolff erhalten. Allerdings ist dieses nur teilweise satirische Werk größtenteils ein Wiesnführer von einer Qualität wie man sie auf vielen Internetseiten findet. Weniger Führer als satirische Studie ist Gebrauchsanweisung für das Münchner Oktoberfest von Bruno Jonas, der sich beispielsweise mit der „monokulturellen Geborgenheit im bayerischen Kulturgewand“ auseinandersetzt.

Besondere Aufmerksamkeit hat das Buch Oktoberfest: Ein literarisches Wiesn-Schmankerl / A Literary Tidbit from the Munich Beer Festival verdient. Es handelt sich hierbei um eine Neuauflage der Erzählungen vom Amerikaner Thomas Wolfe, den die Wiesn in den 20er-Jahren in den Bann gezogen hat.

Richard Süßmeier, der wohl bekannteste Wiesnwirt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert, hat im Jahr 2007 Der Napoleon der Wirte: Geschichten Aus Dem Leben Eines Münchner Originals veröffentlicht. Das Buch besteht aus thematisch geordneten Anekdoten aus dem Leben des Wirts, von seinen legendären Faschingsveranstaltungen wie dem Schnallenball und selbstverständlich auch seinem Sein als Wiesnwirt. Diese kleinen Geschichten geben einen unterhaltsamen Einblick auf eine Münchner Gesellschaft, wie es sie heute nicht mehr gibt.

Kalender 2014

Für das Jahr 2014 ist ein Wandkalender erschienen, den es zum einen im DIN-A3- und zum anderen im riesigen DIN-A2Format gibt. Wer es ein bisserl handlicher braucht, ist möglicherweise mit dem Oktoberfest 2014 Mini-Kalender besser beraten. Wer jeden Tag eine kleine Dosis Wiesn schätzt, sollte sich einmal den Wiesn-Taschenbuch-Kalender anschauen, der einen Eintrag für jeden Tag vom Wiesnende 2013 bis zum Ende der darauffolgenden Wiesn umfasst.

Romane

Der meistverkaufte Wiesnroman der letzten Jahre ist Oktoberfest: Thriller, in dem Oleg Blochin, der skrupellose Kommandeur einer russischen Eliteeinheit, einen Anschlag auf das Oktoberfest verübt. Mit Hilfe von Betäubungsgas werden zehntausende Wiesnbesucher Opfer eine Geiselnahme. Der Roman ist auch als Hörbuch auf CD erhältlich.

Deutlich heiterer geht es in den beiden jüngsten Wiesnkrimis zu. In Oktoberfest: Ploteks zweiter Fall heuert Protagonist Plotek als Bedienung an und gerät nach dem Fund zweier Leichen in einen Komplott. Um die Aufklärung eines Maßkrugmordes kümmern sich Ex-Kommissar Max Raintaler und sein Freund Franz Wurmdobler in Mordswiesn: Der fünfte Fall für Max Raintaler.

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