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Obwohl die Ochsenbraterei die Ochsensemmel auf die Wiesn gebracht hat, provoziert Wirte-Neuling Sigfried Able mit seinem eigenen „Original“.

Was dem Bayern unter dem Jahr die Leberkassemmel ist, ist dem routinierten Wiesnbesucher die Ochsensemmel. Mangels Straßenverkauft verfügt die Haberlsche Ochsenbraterei über einen eigenen Ochsensemmeleingang, über den den Pilgern ganztägig Einlass gewährt wird, damit sie ihrem Verlangen nach dem bayerischen Döner nachkommen können.

Im Jahr 2000 tat sich ein damals noch recht frischer Wiesnbeschicker namens Sigfried Able dadurch hervor, sich den Begriff Ochsensemmel markenrechtlich schützen zu lassen, um fortan selber „Die Originale“ zu verkaufen und das Haberlsche Semmelidyll gehörig zu stören. Able verfügt seitdem über das Ochsensemmelmonopol auf der Wiesn. Lediglich der Ochsenbraterei untersagt er deren Verkauf nicht, um sich nicht völlig mit den Wirten, die später noch seine Kollegen werden sollten, zu überwerfen. Dass Herr Able nach der Übernahme des Hippodromnachfolgers Marstall, welche ebenfalls für Diskussionen sorgte, nicht mit offenen Armen in der Vereinigung der Wiesnwirte empfangen wurde, ist vor diesem Hintergrund wohl nicht ganz überraschend.

Endlich den Gipfel des Wirteolymps erklommen, hätten man vielleicht erwarten können, Able würde versuchen, die Wogen zu glätten. Doch falsch gedacht, der Straßenverkauf des Marstalls zeigt ein anderes Bild: Dort prankt unübersehbar für jeden Besucher die Urkunde über die Eintragung der Marke Ochsensemmel. Nicht, dass noch jemand darauf kommt, eine Ochsensemmel (selbstverständlich nicht „Die Originale“) bei den Hochstaplern mit diese überdimensionierten Ochsengrill zu erstehen. Denn wegen ihrer Ästhetik wird die Urkunde wohl kaum dort hängen.

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