Das Oktoberfestattentat vom 26.09.1980 ist wohl längst aus den Köpfen der meisten verschwunden. Ein Kinofilm ruft es wieder in Erinnerung.

Der Großteil der Wiesnbesucher dürfte den Haupteingang passieren, ohne je das dortige Denkmal am Ort des Oktoberfestattentats zu beachten.  Mit 13 Toten und mehr als 200 Verletzten ist der Anschlag vom 26.09. 1980 dabei der größte Terrorakt, der jemals in Deutschland verübt wurde. Zwar wurde die Aufklärung des falls bereits vor langer Zeit als erledigt erklärt, doch gelten die Ergebnisse der Ermittlungen sowie zahlreiche Begleitumstände fielen als derart unbefriedigend, dass sich seither zahlreiche Theorien um den wahren Sachverhalt und das Versagen der Behörden ranken.

33 Jahre später hat es dieser hochspannende Stoff nun schließlich in die Kinos geschafft. Regisseur Daniel Harrich inszeniert die wahre Geschichte von BR-Reporter Ulrich Chaussey (gespielt von Benno Führmann), der seinerzeit über das Attentat berichtete und seither Zweifel am Ermittlungsergebnis hegt. Der Film startet am 23.01. und wurde von der Kritik sehr wohlwollend besprochen. „Der blinde Fleck gehört zu den sehenswertesten politischen deutschen Filmen der vergangenen Jahre“, schreibt die Zeit, während die Süddeutsche ihn als „Glücksfall eines Polit-Thrillers“ bezeichnet, „der nicht Genreformeln nacheifert, sondern die Augen für vertuschte, verheimlichte und vorsätzlich verwischte Zusammenhänge öffnet“. Doch nicht nur im Kino macht der Film eine gute Figur, auch in der Politik hat er bereits etwas bewegt: Innenminister Joachim Herrmann versprach dem Anwalt der Anschlagsopfer nach Jahrzehnten endlich Einsicht in die bisher geschwärzten Akten.

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